Ratgeber/Technik
Technik einfach erklärt

PV-Technik ohne Fachchinesisch

Was ist kWp? Brauchen Sie einen Speicher? Wir erklären die wichtigsten technischen Begriffe und Entscheidungen so, dass Sie informiert mitreden können.

Die wichtigsten Begriffe

Diese Begriffe werden Sie immer wieder hoeren. Hier ist, was sie bedeuten:

kWp (Kilowatt Peak)

Die Spitzenleistung einer PV-Anlage unter optimalen Bedingungen (volle Sonne, 25°C, senkrechter Lichteinfall). Ein Modul hat typischerweise 400 Wp (0,4 kWp).

Faustregel: 1 kWp produziert in Deutschland ca. 900-1.100 kWh pro Jahr - je nach Standort und Ausrichtung.

kWh (Kilowattstunde)

Die Einheit für Energie. Eine kWh ist die Energiemenge, die ein Geraet mit 1 kW Leistung in einer Stunde verbraucht. Das ist auch die Einheit auf Ihrer Stromrechnung.

Beispiel: Ein Durchschnittshaushalt verbraucht ca. 2.800 kWh pro Jahr. Das sind etwa 8 kWh pro Tag.

Wechselrichter

PV-Module erzeugen Gleichstrom (DC). Ihre Geraete brauchen Wechselstrom (AC). Der Wechselrichter wandelt DC in AC um - das Herz der Anlage.

Wichtig: Die Qualitaet des Wechselrichters beeinflusst die Effizienz der gesamten Anlage. Gute Wechselrichter erreichen 97-98% Wirkungsgrad.

Solarmodule: Das sollten Sie wissen

Die Module sind das sichtbare Element auf Ihrem Dach. Moderne Module sind robust, langlebig und wartungsarm.

Monokristalline Module

Der aktuelle Standard. Schwarze Optik, hoher Wirkungsgrad (19-22%), etwas teurer aber effizienter.

Hoechster Wirkungsgrad
Elegante schwarze Optik
Beste Leistung bei wenig Platz

Polykristalline Module

Aeltere Technologie. Blaue Optik, etwas guenstiger aber weniger effizient (15-18%).

Guenstigerer Preis
Geringerer Wirkungsgrad
Mehr Flaeche nötig

Lebensdauer und Garantie

Moderne Module halten 25-30 Jahre und laenger. Die meisten Hersteller geben zwei Garantien:

Produktgarantie
10-25 Jahre gegen Materialfehler
Leistungsgarantie
80% Leistung nach 25 Jahren

Degradation: Module verlieren ca. 0,5% Leistung pro Jahr. Nach 25 Jahren produzieren sie noch 87-88% der urspruenglichen Leistung.

Batteriespeicher: Ja oder nein?

Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhoehen - aber er kostet auch extra. Wann lohnt er sich wirklich?

Vorteile eines Speichers

Mehr Eigenverbrauch
Von 30% auf bis zu 55%
Abends Solarstrom nutzen
Wenn die Sonne nicht mehr scheint
Unabhaengigkeit
Weniger auf Netzstrom angewiesen

Zu bedenken

Zusaetzliche Kosten
Ca. 600-800 EUR pro kWh Kapazitaet
Laengere Amortisation
Verzoegert Break-Even um 1-3 Jahre
Begrenzte Lebensdauer
10-15 Jahre, kuerzer als Module

Unsere ehrliche Empfehlung

Ein Speicher ist kein Muss. Bei einer WEG mit mehreren Parteien ist der Eigenverbrauch tagsüber oft schon hoch, weil verschiedene Haushalte zu unterschiedlichen Zeiten Strom brauchen.

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist auch ohne Speicher hervorragend. Wenn das Budget begrenzt ist, empfehlen wir: Erst PV, Speicher spaeter nachrüsten (wenn die Preise weiter fallen).

Ist Ihr Dach geeignet?

Nicht jedes Dach ist gleich gut für Solar geeignet. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

Ausrichtung

Die Himmelsrichtung beeinflusst, wie viel Energie Ihre Anlage produziert:

Sued
100% Ertrag
SO/SW
95% Ertrag
Ost/West
85% Ertrag
Nord
55% Ertrag

Ost-West-Dächer sind übrigens nicht schlecht! Sie haben einen gleichmäßigeren Ertrag über den Tag verteilt - gut für Eigenverbrauch.

Installation und Wartung

Die Installation

Dauer: 1-3 Tage (je nach Größe)
Ablauf: Geruest, Montagesystem, Module, Verkabelung, Wechselrichter
Abnahme: Pruefung durch Elektriker, Anmeldung beim Netzbetreiber

Wartung & Pflege

Wartungsarm: Regen reinigt die Module meist ausreichend
Jaehrlich: Sichtkontrolle, Ertragskontrolle
Servicevertrag: Wir übernehmen Wartung und Monitoring

Ist Ihr Dach geeignet?

Unser Rechner berücksichtigt Standort, Ausrichtung und Verschattung. In 5 Minuten wissen Sie, ob sich Solar für Ihre WEG lohnt.